Was ist die Steuernummer in Österreich?
Unternehmen begegnen der Steuernummer bei der steuerlichen Registrierung, in FinanzOnline, auf Bescheiden und bei Finanzamtszahlungen. Sie verbindet unterschiedliche Abgaben mit demselben Steuerkonto, etwa Umsatzsteuer, Einkommen- oder Körperschaftsteuer und lohnabhängige Abgaben. Die Nummer beschreibt aber nicht den konkreten Steuerstatus eines einzelnen Umsatzes.
Eine vorhandene Steuernummer sagt deshalb weder, dass ein Unternehmen auf jede Rechnung Umsatzsteuer ausweisen muss, noch dass es für jeden Eingangsbeleg zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Diese Fragen werden nach dem jeweiligen Steuergesetz und Sachverhalt beantwortet. Die Steuernummer sorgt zunächst dafür, dass Vorgänge beim richtigen Steuerakt landen.
| Nummer oder Zugang | Hauptzweck | Nicht verwechseln mit |
|---|---|---|
| Steuernummer | Steuerakt, Abgabenkonto und Kommunikation mit dem Finanzamt | UID oder Rechnungsnummer |
| UID | umsatzsteuerliche Identifikation eines Unternehmens, insbesondere bei EU-Sachverhalten | lokaler Steuernummer |
| ID Austria | elektronischer Identitätsnachweis und Zugang zu digitalen Diensten | steuerlicher Kontonummer |
| Rechnungsnummer | eindeutige Kennzeichnung eines konkreten Belegs | behördlicher Steuernummer |
Wo finden Sie die österreichische Steuernummer?
Das Bundesministerium für Finanzen nennt zwei verlässliche Fundstellen: Die Steuernummer wird erstmals bei der Vergabe eines Abgabenkontos schriftlich mitgeteilt und ist auf schriftlichen Ausfertigungen des Finanzamts angeführt. Dazu gehören je nach Vorgang beispielsweise Bescheide, Vorhalte und Buchungsmitteilungen.
- Aktuelles Finanzamtsschreiben prüfenSuchen Sie auf Bescheiden oder Buchungsmitteilungen nach Steuernummer beziehungsweise Abgabenkontonummer. Verwenden Sie die aktuelle amtliche Schreibweise.
- FinanzOnline öffnenOrdnen Sie die Nummer im Steuerkonto oder Steuerakt dem richtigen Abgabepflichtigen zu. Bei mehreren Rollen oder Unternehmen darf nicht aus Gewohnheit der zuletzt verwendete Akt gewählt werden.
- Rechtsträger abgleichenName, Rechtsform und Steuernummer müssen zum Unternehmen oder zur Person gehören, für die der konkrete Vorgang bearbeitet wird.
- Bei Unklarheit das Finanzamt kontaktierenFehlt die Mitteilung oder bestehen mehrere Steuerakte, sollte die Zuordnung geklärt werden, statt eine Nummer aus einem alten Dokument zu übernehmen.
Beim erstmaligen Einstieg in FinanzOnline mit ID Austria kann laut BMF einmalig die Sozialversicherungsnummer oder Steuernummer zur Zuordnung verlangt werden. Daraus wird die ID Austria aber nicht zur Steuernummer: Sie bleibt das elektronische Identitätsmittel, während die Steuernummer den Steuerakt bezeichnet.
Wie wird eine Steuernummer vergeben?
Nach Prüfung der Unterlagen registriert das Finanzamt das Unternehmen, erteilt die neunstellige Steuernummer und legt einen Steuerakt an. Für die steuerliche Erfassung werden je nach Rechtsform unterschiedliche Fragebögen verwendet, etwa für Kapitalgesellschaften, Personengesellschaften oder natürliche Personen. Welche Unterlagen im Einzelfall nötig sind, richtet sich nach Rechtsform und Tätigkeit.
Die Steuernummer wird also nicht von einer Rechnungssoftware erzeugt und sollte auch nicht aus Firmenbuchnummer, Sozialversicherungsnummer oder UID zusammengesetzt werden. Ein Unternehmen übernimmt ausschließlich die vom Finanzamt mitgeteilte Nummer. Das BMF weist für Steuerzahlungen außerdem darauf hin, dass die Steuernummer unverändert bleibt, während sich die zu verwendende Bankverbindung abhängig von Amt und Dienststelle ändern kann.
- steuerliche Registrierung für den richtigen Rechtsträger durchführen
- Mitteilung des Finanzamts und Zugang zum Steuerkonto sicher ablegen
- Steuernummer nicht aus UID, Firmenbuchnummer oder IBAN herleiten
- bei Umgründung oder zusätzlichem Rechtsträger die konkrete behördliche Zuordnung prüfen
- vor einer Finanzamtszahlung aktuelle Bankverbindung und Steuernummer gemeinsam kontrollieren
Eine Einzelunternehmerin und eine GmbH sind unterschiedliche Rechtsträger. Wird später eine GmbH gegründet, darf die bisherige persönliche beziehungsweise unternehmerische Nummer nicht ungeprüft für den neuen Rechtsträger weiterverwendet werden. Maßgeblich ist die Mitteilung der Finanzverwaltung für den jeweiligen Steuerakt.
Aufbau und Schreibweise der Steuernummer
Das Unternehmensserviceportal bezeichnet die österreichische Steuernummer als neunstellig. In amtlichen Schreiben und Eingabemasken kann sie mit Leerzeichen, Bindestrich oder Schrägstrich gegliedert erscheinen. Eine Darstellung wie „12-345/6789“ veranschaulicht neun Ziffern mit Trennzeichen; sie ist lediglich ein Formatbeispiel und keine echte Steuernummer.
| Darstellung | Einordnung | Prüfung |
|---|---|---|
| 123456789 | neun Ziffern ohne Trennzeichen | mit amtlicher Mitteilung abgleichen |
| 12-345/6789 | gegliederte Darstellung derselben Stellenzahl | Trennzeichen nach Zielmaske verwenden |
| ATU12345678 | österreichische UID-Struktur | nicht als Steuernummer speichern |
| fortlaufende Belegnummer | interne Rechnungsnummer | nicht für Finanzamtszahlungen verwenden |
Für eine Eingabemaske ist entscheidend, ob sie die reine Ziffernfolge oder die gegliederte Darstellung erwartet. Entfernen Sie Trennzeichen nur, wenn die konkrete Anwendung dies verlangt. Eine lokale Formatprüfung kann Tippfehler erkennen, bestätigt aber nicht, dass die Nummer tatsächlich zum genannten Rechtsträger gehört.
Steuernummer, UID und ID Austria unterscheiden
Steuernummer und Abgabenkonto
Unter dem Namen und der Steuernummer führt das Finanzamt das Abgabenkonto. Dort werden gemeldete oder vorgeschriebene Abgaben als Belastungen und Zahlungen als Gutschriften verbucht. Die Steuernummer ist daher eine zentrale Referenz bei behördlicher Kommunikation und Finanzamtszahlungen.
UID für den Umsatzsteuerkontext
Die UID ist eine eigene Identifikationsnummer für den unternehmerischen Umsatzsteuerbereich. Eine österreichische UID beginnt grundsätzlich mit ATU und acht Ziffern. Sie ist besonders bei Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen in anderen EU-Mitgliedstaaten relevant und kann unter den Voraussetzungen des § 11 UStG 1994 auf Rechnungen erforderlich sein.
Das Unternehmensserviceportal erklärt, dass eine UID teilweise von Amts wegen gemeinsam mit der Steuernummer erteilt und andernfalls beim Finanzamt beantragt wird. Daraus folgt keine Gleichheit: Zwei getrennte Nummern können im selben Registrierungsprozess entstehen. Die Beiträge UID auf österreichischen Rechnungen und UID-Nummer prüfen behandeln Rechnungsanforderungen und Bestätigungsverfahren als eigene Intents.
ID Austria als elektronischer Identitätsnachweis
Die ID Austria dient der sicheren digitalen Identifikation und kann für den Einstieg in FinanzOnline verwendet werden. Sie ersetzt weder Steuernummer noch UID. Wer sich mit ID Austria anmeldet, arbeitet anschließend weiterhin im Steuerkonto des ausgewählten Rechtsträgers.
Wenn eine Plattform nach „Tax ID“ fragt
Internationale Banken, Marktplätze oder Zahlungsanbieter verwenden Begriffe wie Tax ID, TIN oder VAT ID nicht immer gleich. Tragen Sie deshalb nicht automatisch die UID ein, wenn nach einer Steuer-ID gefragt wird. Prüfen Sie Hilfetext, gefordertes Format, betroffene Person oder Organisation und Zweck der Abfrage. Bei Unsicherheit sollte der Anbieter oder die steuerliche Beratung bestätigen, welche amtliche Kennung gemeint ist.
Welche Nummer gehört auf eine österreichische Rechnung?
Ob die eigene UID, die UID des Leistungsempfängers oder beide Nummern benötigt werden, hängt vom konkreten Umsatz ab. Bei bestimmten inländischen B2B-Rechnungen über 10.000 Euro ist die Empfänger-UID relevant; bei innergemeinschaftlichen Lieferungen oder Reverse Charge gelten weitere Anforderungen. Diese Regeln dürfen nicht durch die lokale Steuernummer ersetzt werden.
Eine freiwillig zusätzlich angeführte Steuernummer macht die Rechnung nicht automatisch vollständiger. Vielmehr sollte der Beleg nur notwendige und korrekt zugeordnete Kennungen enthalten. Der allgemeine Pflichtangaben-Überblick steht auf Was muss auf eine Rechnung in Österreich?.
| Vorgang | Typische relevante Kennung | Abgrenzung |
|---|---|---|
| Schreiben oder Zahlung an das Finanzamt | Steuernummer des richtigen Steuerakts | UID ist keine Zahlungsreferenz für das Abgabenkonto |
| gewöhnliche Ausgangsrechnung | UID nach den Voraussetzungen des § 11 UStG 1994 | Steuernummer ist kein allgemeiner Ersatz |
| B2B-Umsatz in einen anderen EU-Staat | UIDs und passender Steuerfall | Steuernummer beweist keinen EU-Unternehmerstatus |
| Anmeldung bei FinanzOnline | ID Austria oder FinanzOnline-Zugang | danach Auswahl des richtigen Steuerakts |
Praxisfälle: Welche Kennung ist gemeint?
Fall 1: Finanzamtszahlung
Für eine Umsatzsteuerzahlung verwendet das Unternehmen die neunstellige Steuernummer im vorgesehenen Feld der Finanzamtszahlung und prüft zusätzlich die aktuelle Bankverbindung des Finanzamts. Die UID wird nicht anstelle der Steuernummer eingetragen. Zahlungsbetrag, Abgabenart und Zeitraum bleiben eigenständige Angaben.
Fall 2: Rechnung an einen österreichischen Geschäftskunden
Der Aussteller prüft die Rechnungsmerkmale nach § 11 UStG 1994. Die lokale Steuernummer des Kunden wird nicht routinemäßig als Ersatz für dessen UID erfasst. Ist wegen Betrag oder Steuerfall eine Empfänger-UID erforderlich, wird genau diese UID verwendet und bei Bedarf über das vorgesehene Bestätigungsverfahren geprüft.
Fall 3: Ausländische Plattform verlangt eine Steuer-ID
Die Plattform nennt im Hilfetext möglicherweise TIN oder Tax ID. Das Unternehmen klärt zuerst, ob die Kennung für den österreichischen Steuerakt, den Umsatzsteuerstatus oder die natürliche Person benötigt wird. Erst danach wird die amtlich mitgeteilte passende Nummer eingetragen. So verhindert der Prozess, dass eine UID öffentlich oder in einem falschen Meldekontext als lokale Steuernummer verwendet wird.
Fall 4: Mehrere Unternehmen in FinanzOnline
Eine berechtigte Person kann für mehrere Rechtsträger arbeiten. Vor Erklärung, Zahlung oder Stammdatenänderung werden Rechtsträger, Steuerakt und Steuernummer erneut abgeglichen. Der Login der handelnden Person entscheidet nicht automatisch, für welches Unternehmen die Aktion ausgeführt wird.
Steuernummer und UID in Invoify getrennt pflegen
Invoify führt in den Unternehmenseinstellungen getrennte Felder für Steuernummer und UID. Die Steuernummer kann entsprechend der FinanzOnline- beziehungsweise Finanzamtsmitteilung hinterlegt werden; die UID wird als eigene Kennung im Format ATU plus acht Ziffern erfasst. Beide Werte werden nicht ineinander umgerechnet.
Welche Kennung auf einem konkreten Beleg erforderlich ist, hängt weiterhin vom Steuerfall ab. Invoify prüft das Format einer eingetragenen UID und kann Angaben im Rechnungsdokument ausgeben, entscheidet aber nicht, welche steuerliche Registrierung ein Unternehmen benötigt. Eine Steuernummern-Eingabe bestätigt außerdem nicht automatisch die behördliche Zuordnung zum Unternehmen.
- Steuerland Österreich auswählen und Rechtsträgerdaten vollständig erfassen.
- Steuernummer exakt aus dem aktuellen Finanzamts- oder FinanzOnline-Nachweis übernehmen.
- UID nur im dafür vorgesehenen UID-Feld speichern.
- vor dem Fertigstellen prüfen, welche Kennung der konkrete Steuerfall verlangt.
- bei Rechtsträgerwechsel keine Nummer ungeprüft aus einem alten Mandanten übernehmen.
Steuernummer sicher und nachvollziehbar verwalten
Eine Steuernummer gehört in kontrollierte Stammdaten und nicht in beliebige Freitextfelder. Rollen und Berechtigungen sollten begrenzen, wer Unternehmens- und Steuerdaten ändern kann. Bei einer Änderung bleibt dokumentiert, aus welcher amtlichen Mitteilung der neue Stand übernommen wurde.
Teilen Sie die Nummer nur, wenn sie für den konkreten Vorgang benötigt wird. Für die öffentliche Prüfung eines EU-Geschäftspartners ist das UID-Bestätigungsverfahren vorgesehen, nicht die lokale Steuernummer. Auch Screenshots aus FinanzOnline sollten vor interner Weitergabe auf Kontostand, persönliche Daten und andere Steuerakte geprüft werden.
Ein jährlicher Stammdatencheck gleicht Firmenwortlaut, Anschrift, UID und Steuernummer mit aktuellen amtlichen Unterlagen ab. Dabei wird nicht jede Darstellung vereinheitlicht: Entscheidend ist, dass die Nummer eindeutig bleibt und die Zielanwendung sie akzeptiert.
Offizielle Quellen und Rechtsstand
Das Unternehmensserviceportal zu organisatorischen Maßnahmen beschreibt Vergabe, neunstellige Steuernummer und Abgabenkonto. Das Bundesministerium für Finanzen zu Steuerzahlungen nennt Fundstellen und Verwendung der Steuernummer. Die Abgrenzung und Vergabe der UID erläutert das Unternehmensserviceportal zur UID; die Rechnungsmerkmale stehen in § 11 UStG 1994 im RIS. Letzter Quellencheck: 24. Juli 2026; nächste turnusmäßige Prüfung: Jänner 2027.
Häufige Fragen
Wo finde ich meine Steuernummer in Österreich?
Die Steuernummer wird bei Vergabe des Abgabenkontos schriftlich mitgeteilt und steht auf Ausfertigungen des Finanzamts, etwa Bescheiden, Vorhalten oder Buchungsmitteilungen. In FinanzOnline lässt sie sich beim Steuerkonto beziehungsweise Steuerakt zuordnen.
Ist die österreichische Steuernummer dasselbe wie die UID?
Nein. Die Steuernummer ordnet den Steuerakt und das Abgabenkonto beim Finanzamt zu. Die UID kennzeichnet ein Unternehmen im Umsatzsteuerkontext und beginnt in Österreich grundsätzlich mit ATU. Beide Nummern erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Wie viele Stellen hat eine österreichische Steuernummer?
Das Unternehmensserviceportal beschreibt die vom Finanzamt vergebene Steuernummer als neunstellig. In Schreiben oder Eingabemasken können zusätzlich Trennzeichen erscheinen; maßgeblich ist die amtlich mitgeteilte Nummer.
Muss die Steuernummer auf jede österreichische Rechnung?
Die Steuernummer ist kein pauschales Rechnungsmerkmal jeder österreichischen Rechnung. § 11 UStG 1994 stellt je nach Fall auf die UID und weitere Rechnungsangaben ab. Welche UID benötigt wird, sollte getrennt für Aussteller, Empfänger und Umsatzart geprüft werden.