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Skonto berechnen in Österreich: Brutto, Netto und Umsatzsteuer

Skonto ist ein vereinbarter Preisnachlass für schnelle Zahlung. Der Skontobetrag wird vom vereinbarten Rechnungsbetrag abgezogen; bei steuerpflichtigen Umsätzen mindert sich dadurch auch die Umsatzsteuer-Bemessungsgrundlage. Der Rechner zeigt Zahlbetrag, Netto und Steueranteil.

Skonto-Rechner Österreich

Kurzantwort: Skontobetrag = Rechnungsbetrag × Skontosatz ÷ 100. Zahlbetrag = Rechnungsbetrag − Skontobetrag. Bei einem steuerpflichtigen Bruttobetrag werden Netto und Umsatzsteuer anschließend mit demselben Verhältnis gemindert.

Bruttobetrag, Umsatzsteuersatz und Skontosatz eintragen. Die 4,9-Prozent-Option gilt seit 1. Juli 2026 ausschließlich für die gesetzlich ausgewählten Nahrungsmittel – der Rechner prüft die Wareneinreihung nicht.

Skontobetrag
24,00 €
Zahlbetrag
1.176,00 €
davon Netto
980,00 €
davon Umsatzsteuer
196,00 €
Rechnergrenze:Der Rechner bildet eine vollständig skontofähige Rechnung mit genau einem Steuersatz ab. Bei mehreren Steuersätzen, ausgenommenen Positionen oder Teilzahlungen muss die Entgeltminderung sachgerecht aufgeteilt werden.

Skonto-Formel mit Beispiel

  1. Skonto berechnen1.200,00 € × 2 ÷ 100 = 24,00 € Skontobetrag.
  2. Zahlbetrag berechnen1.200,00 € − 24,00 € = 1.176,00 €.
  3. Steueranteile aufteilenBei 20 % USt: 1.176,00 € ÷ 1,20 = 980,00 € netto; enthaltene USt = 196,00 €.

Der direkte Zahlfaktor beträgt bei 2 Prozent Skonto 0,98 und bei 3 Prozent 0,97.

RechnungsbetragSkontosatzSkontobetragZahlbetrag
500,00 €2 %10,00 €490,00 €
1.200,00 €2 %24,00 €1.176,00 €
2.500,00 €3 %75,00 €2.425,00 €
10.000,00 €1,5 %150,00 €9.850,00 €

Der Skontosatz wird auf die vereinbarte skontofähige Bemessungsgrundlage angewandt. Ist nur ein Teil der Rechnung skontofähig, darf nicht automatisch der gesamte Bruttobetrag in die Formel eingesetzt werden. Deshalb sollte bereits die Zahlungsbedingung klarstellen, ob etwa Fracht, Gebühren oder Fremdkosten ausgenommen sind.

Skonto vom Brutto- oder Nettobetrag?

Skonto ist Vereinbarungssache. Häufig wird der Prozentsatz vom gesamten Bruttorechnungsbetrag abgezogen. Dann reduziert sich der tatsächlich gezahlte Betrag und darin anteilig sowohl Nettoentgelt als auch Umsatzsteuer. Eine pauschale Regel „B2B immer netto, B2C immer brutto“ ersetzt die konkrete Vereinbarung nicht.

Ausgangswert2 % SkontoZahlbetrag
600,00 € brutto12,00 €588,00 €
1.200,00 € brutto24,00 €1.176,00 €
5.000,00 € brutto100,00 €4.900,00 €

Umsatzsteuer bei gezogenem Skonto berichtigen

Wird Skonto tatsächlich gezogen, ändert sich die Bemessungsgrundlage. Nach § 16 Abs. 1 UStG 1994 berichtigt der leistende Unternehmer den geschuldeten Steuerbetrag und der unternehmerische Empfänger den in Anspruch genommenen Vorsteuerabzug im Zeitraum der Entgeltänderung. Bei verschiedenen Steuersätzen muss die Minderung sachgerecht aufgeteilt werden.

Kein Steuerfall-Wechsel:Skonto ändert den Preis, nicht die Art des Umsatzes. Der ursprünglich zutreffende Steuersatz beziehungsweise Befreiungsgrund bleibt maßgeblich.

Berichtigung erst bei tatsächlicher Entgeltänderung

Der bloße Skontohinweis auf der Rechnung mindert den Rechnungsbetrag noch nicht. Zahlt der Kunde den vollen Betrag oder erst nach der Skontofrist, bleibt es bei der ursprünglichen Bemessungsgrundlage. Erst der tatsächlich und berechtigt abgezogene Nachlass löst die entsprechende Berichtigung aus. Zahlungseingang, Skontofrist und Differenz müssen deshalb gemeinsam dokumentiert werden.

Zieht ein Kunde unberechtigt Skonto ab, liegt nicht automatisch eine akzeptierte Entgeltminderung vor. Zunächst ist zu klären, ob die Zahlung innerhalb der Frist eingegangen ist, alle vereinbarten Bedingungen erfüllt sind und der Abzug rechnerisch stimmt. Ein offen bleibender Restbetrag darf nicht stillschweigend als Skonto ausgebucht werden.

Skonto bei mehreren Umsatzsteuersätzen

Enthält die Rechnung beispielsweise Positionen mit 20, 13, 10 oder 4,9 Prozent, muss ein auf die gesamte Rechnung gewährtes Skonto sachgerecht auf die Steuersatzgruppen verteilt werden. Eine einzige pauschale Korrektur nur beim höchsten Satz würde die Steuerbeträge verzerren.

GruppeBrutto vor Skonto2 % SkontoBrutto nach Skonto
20-%-Positionen600,00 €12,00 €588,00 €
10-%-Positionen330,00 €6,60 €323,40 €
Gesamt930,00 €18,60 €911,40 €

Für jede Gruppe wird anschließend der neue Netto- und Steueranteil mit dem ursprünglichen Satz berechnet. Die 4,9-Prozent-Auswahl gilt seit 1. Juli 2026 nur für gesetzlich ausgewählte Nahrungsmittel. Ein Skonto-Rechner kann weder die KN-Einreihung noch die Frage beurteilen, ob Lieferung, Gastronomie- oder Cateringleistung vorliegt.

Teilweise skontofähige Rechnung:Sind einzelne Positionen ausdrücklich vom Skonto ausgeschlossen, werden nur die übrigen Gruppen gemindert. Der Rechnungstext muss diese Grenze so klar beschreiben, dass der Zahlbetrag ohne Rückfrage berechnet werden kann.

Wann sich Skonto wirtschaftlich lohnt

Für den Kunden ist Skonto ein Preisvorteil, wenn die frühere Zahlung nicht teurer finanziert werden muss als der erhaltene Nachlass. Für den Lieferer steht dem Preisnachlass ein schnellerer, planbarerer Zahlungseingang gegenüber. Beide Seiten sollten deshalb nicht nur den Prozentsatz, sondern auch die eingesparten Finanzierungstage betrachten.

Vereinfachter Jahresvergleich: Skontosatz ÷ (100 − Skontosatz) × 360 ÷ (reguläres Zahlungsziel − Skontofrist). Bei 2 % Skonto innerhalb 10 Tagen statt Zahlung nach 30 Tagen ergibt das rund 36,73 % p. a. als kaufmännischen Vergleichswert.

Dieser Vergleichswert ist keine tatsächliche Kreditzusage und keine steuerliche Kennzahl. Er zeigt nur, wie hoch die rechnerischen Finanzierungskosten sein dürften, bevor der Skontovorteil vollständig aufgezehrt wäre. Kontoführung, Liquiditätsreserve, Risiko und alternative Verwendung des Geldes bleiben unberücksichtigt.

KonditionFrüher bezahltVereinfachter Vergleich
2 % in 10 statt 30 Tagen20 Tagerund 36,73 % p. a.
3 % in 10 statt 30 Tagen20 Tagerund 55,67 % p. a.
2 % in 10 statt 60 Tagen50 Tagerund 14,69 % p. a.

Skonto klar auf der Rechnung vereinbaren

  • Skontosatz eindeutig nennen.
  • Skontofrist als Datum oder klar berechenbare Tagesfrist angeben.
  • reguläres Zahlungsziel nach Ablauf nennen.
  • festlegen, welche Positionen skontofähig sind.
  • Zahlungseingang und tatsächlich abgezogene Differenz dokumentieren.
Beispiel: „2 % Skonto bei Zahlung bis 05.08.2026, danach zahlbar ohne Abzug bis 20.08.2026.“

Ein konkretes Kalenderdatum reduziert Streit darüber, ob Rechnungsdatum, Versanddatum oder Rechnungseingang den Fristlauf auslöst. Wird stattdessen eine Tagesfrist verwendet, sollte der Bezug eindeutig sein, beispielsweise „innerhalb von 10 Kalendertagen ab Rechnungseingang“. Banklaufzeiten und der für die Rechtzeitigkeit maßgebliche Zahlungseingang sollten vertraglich nicht widersprüchlich beschrieben werden.

Die Skontobedingung gehört zu den im Voraus vereinbarten Entgeltminderungen, die in der Rechnungsdarstellung berücksichtigt werden müssen. Der ursprüngliche volle Rechnungsbetrag bleibt trotzdem sichtbar. Skonto ist damit etwas anderes als ein bereits vor Rechnungsstellung gewährter Positions- oder Gesamtrabatt.

Teilzahlung, Gutschrift und verspäteter Abzug

SituationPrüfungFolge
vollständige fristgerechte ZahlungBedingung erfüllt und Betrag korrektSkonto und USt-Berichtigung erfassen
Teilzahlung innerhalb der FristVereinbarung erlaubt anteiliges Skonto?nicht automatisch auf Gesamtbetrag anwenden
Zahlung nach FristablaufKulanz ausdrücklich akzeptiert?sonst voller Restbetrag offen
zusätzliche Gutschrifteigener Grund und Bezug zur Rechnungnicht mit Skonto zusammenwerfen
mehrere SteuersätzeMinderung je Gruppe aufteilenSteuerbeträge je Satz berichtigen

Bei einer Teilzahlung ist ohne klare Vereinbarung nicht selbstverständlich, dass der Kunde Skonto auf den gesamten Rechnungsbetrag erhält. Auch eine später erteilte kaufmännische Gutschrift hat einen anderen Rechts- und Buchungsgrund. Die Zahlungsdifferenz sollte deshalb immer mit einem eindeutigen Grundcode und Bezug zum Ursprungsbeleg erfasst werden.

Skonto beim Zahlungseingang nachvollziehbar abstimmen

Der praktische Skontofall ist erst mit dem Zahlungseingang entschieden. Vorher zeigt die Rechnung den vollen Anspruch und die bedingte Abzugsmöglichkeit. Beim Bankabgleich werden Rechnungsbetrag, tatsächlich eingegangener Betrag, Wertstellungs- beziehungsweise Eingangsdatum und vereinbarte Frist gemeinsam geprüft. Erst wenn die Bedingung erfüllt und die Differenz rechnerisch korrekt ist, wird sie als Skonto statt als weiterhin offene Forderung behandelt.

  1. Rechnung zuordnenZahlung über Rechnungsnummer, Kunde und Betrag eindeutig mit dem offenen Beleg verbinden.
  2. Frist prüfenMaßgebliches Zahlungsdatum gegen die konkret vereinbarte Skontofrist halten.
  3. Differenz berechnenSkontofähige Grundlage, Prozentsatz und eventuelle ausgenommene Positionen kontrollieren.
  4. Steuer aufteilenEntgelt- und Umsatzsteuerminderung je ursprünglich verwendeter Steuersatzgruppe erfassen.
  5. Rest klärenUnberechtigte oder abweichende Kürzungen nicht automatisch als vollständig bezahlt ausbuchen.
RechnungsbetragZahlungMögliche ErklärungNächster Schritt
1.200,00 €1.176,00 € innerhalb der 2-%-Fristkorrekter Skontoabzug24,00 € nach Steuergruppen berichtigen
1.200,00 €1.176,00 € nach Fristablaufverspäteter oder strittiger AbzugKulanz oder offenen Rest von 24,00 € klären
1.200,00 €1.170,00 € innerhalb der FristSkonto plus weitere KürzungSkonto und ungeklärte Differenz getrennt behandeln
1.200,00 €600,00 € innerhalb der FristTeilzahlungVertrag auf anteilige Skontoberechtigung prüfen

Diese Trennung ist auch für spätere Mahnungen und Auswertungen wichtig. Wird jede kleine Zahlungsdifferenz pauschal als Skonto verbucht, verschwinden Preisreklamationen, Bankgebühren, Teilzahlungen und echte offene Reste in derselben Kategorie. Eine saubere Historie hält deshalb den ursprünglichen Rechnungsbetrag unverändert und protokolliert Zahlung sowie Entgeltminderung als eigene Ereignisse.

Typische Fehler bei der Skontoberechnung

  • Skonto vom falschen Ausgangsbetrag berechnen.
  • 2 Prozent Skonto mit einer Zahlung von nur 98 Prozent ohne Fristprüfung gleichsetzen.
  • Bei mehreren Steuersätzen nur die 20-Prozent-Gruppe berichtigen.
  • Den ursprünglichen Rechnungsbetrag schon beim Rechnungsversand reduzieren.
  • Rabatt, Gutschrift, Nachlass und Skonto als denselben Vorgang behandeln.
  • Die neue 4,9-Prozent-Auswahl auf nicht begünstigte Produkte oder Gastronomie übertragen.
  • Eine unberechtigte Zahlungsdifferenz ohne Prüfung als Skonto ausbuchen.

Skonto in Invoify verwenden

Invoify verwaltet Zahlungskonditionen mit Zahlungsziel, Skontosatz und Skontofrist. Der Hinweis erscheint auf der Rechnung; der volle Rechnungsbetrag bleibt zunächst bestehen. Erst der tatsächliche Zahlungseingang kann als Skonto-Entgeltminderung erfasst werden.

Das System berechnet nicht automatisch, ob ein konkreter österreichischer Steuersatz fachlich richtig ist. Besonders der neue Satz von 4,9 Prozent darf nur für die gesetzlich erfassten Nahrungsmittel verwendet werden.

Wie Zahlungsziel, Empfänger und Positionen auf einer österreichischen Rechnung zusammenspielen, zeigt der Leitfaden Rechnung schreiben in Österreich. Invoify ersetzt keine Prüfung strittiger Skontobedingungen oder einer eigenmächtigen Kürzung durch den Kunden.

Offizielle Quellen und Stand

Die Berichtigung der Bemessungsgrundlage regelt § 16 UStG 1994. Die aktuellen Steuersätze 20, 13, 10 und 4,9 Prozent nennt das Unternehmensserviceportal; 4,9 Prozent gilt seit 1. Juli 2026 nur für ausgewählte Nahrungsmittel. Letzter Quellencheck: 23. Juli 2026.

Häufige Fragen

Wie berechne ich 2 Prozent Skonto?

Rechnungsbetrag × 0,02 ergibt den Skontobetrag. Bei 1.200 Euro brutto sind das 24 Euro; der Zahlbetrag beträgt 1.176 Euro.

Wird Skonto in Österreich vom Brutto- oder Nettobetrag abgezogen?

Maßgeblich ist die Vereinbarung. Wird Skonto vom Bruttorechnungsbetrag gewährt, mindern sich bei einem steuerpflichtigen Umsatz Nettoentgelt und Umsatzsteuer anteilig.

Was passiert umsatzsteuerlich bei gezogenem Skonto?

Skonto ändert die Bemessungsgrundlage. Nach § 16 UStG 1994 sind der geschuldete Steuerbetrag und beim unternehmerischen Empfänger der Vorsteuerabzug im Zeitraum der Entgeltänderung entsprechend zu berichtigen.

Unterstützt Invoify Skonto in Österreich?

Skontosatz und Skontofrist können über Zahlungskonditionen auf der Rechnung angegeben werden. Der volle Rechnungsbetrag bleibt bestehen; die Minderung wird erst bei fristgerechter Zahlung als Skonto erfasst.

Hinweis: Der Beitrag erläutert allgemeine Grundsätze und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Bei Sonderfällen sind der konkrete Sachverhalt und die aktuellen gesetzlichen Vorgaben maßgeblich.